Ausbildung von Streitmoderatoren

 

Projekt bei „Love from Africa e.V.“ in Mülheim an der Ruhr

 

Der gemeinnützigen Verein „Love from Africa e.V.“, der sich aus Menschen unterschiedlichster Kulturen zusammensetzt, wurde von 2007 mit dem Ziel gegründet, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine bessere soziale Integration in Deutschland zu ermöglichen. Den Jugendlichen werden berufliche Perspektiven aufgezeigt und Unterstützung angeboten.

 

Innerhalb des Integrationsprozesses gibt es immer wieder Konflikte zwischen den Generationen, da die Kulturen ganz unterschiedliche  Erziehungsmodelle leben als sie in Deutschland üblich sind. Jugendliche erleben den Unterschied z.B. im Gespräch mit anderen Jugendlichen bezüglich ihrer Freiräume und Grenzen im Familienverbund, die von den Eltern gesetzt werden. So wird in der einen Familie immer wieder diskutiert und der eigene Standpunkt vertreten und in der anderen Familie keinesfalls, da die Eltern immer Recht haben. Dies verhärtet die Fronten häufig derart, dass die Jugendlichen Schwierigkeiten haben, eine eigene Kulturzugehörigkeit zu entwickeln und ausbrechen, obwohl der Wert des Familienverbundes allen Beteiligten sehr wichtig ist.

 

Idee des öffentlich geförderten Projektes war es, innerhalb des Vereins Streitmoderatoren auszubilden, die von jedem Beteiligten innerhalb einer Familie bei Konfliktsituationen hinzu gebeten werden können, um den Streit zu lösen. Frau Monique Ridder vereint in der Ausbildung Aspekte der Mediation und der Gewaltfreien Kommunikation und stattet die ehrenamtlichen Teilnehmerinnen über einen Zeitraum von drei Monaten mit Kommunikationskompetenzen aus, die ihnen die Moderation und Vermittlung auch in bereits eskalierten Konflikten ermöglichen soll.

 

Im Anschluss fanden Elternabende statt, in denen die Streitmoderation vorgestellt und fortlaufend in Kurseinheiten die Weitergabe des Erlernten stattfindet und damit den Eltern die Möglichkeit gegeben wird, sich im Streiten unter Berücksichtigung der Bedürfnisse beider Seiten zu üben. Eine wertschätzende Streitkultur lässt die Interessen und Bedürfnisse aller anerkennen und ermöglicht neue Wege für einen interkulturellen Integrationsprozess.